Friederike Klein

Wissenschaftliche Fachkommunikation

Positive Entwicklungen für die Gesundheit weltweit

Konstruktiver Journalismus kennt nicht nur all die schlechten Nachrichten, mit denen wir ständig konfrontiert werden. Er berichtet auch über positive Entwicklungen, die es ebenso überall auf der Welt gibt. Hier einige Beispiele aus 2019 zu Themen aus der Medizin, auf die ich gerade durch die Zeitschrift „Positive News“ aus England aufmerksam wurde:

Kinder wachsen heute weltweit häufiger gesund, sicher und mit Bildungschancen auf

Der „Save The Children’s Global Childhood Report 2019“ konstatiert für viele Länder weltweit eine Verbesserung der Lebenssituation von Kindern. Das führte im Jahr 2019 im Vergleich zum Jahr 2000 zu

  • 4,4 Millionen weniger Todesfällen bei Kindern pro Jahr
  • 49 Millionen weniger Kinder, die in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind
  • 115 Millionen weniger Kinder, die nicht zur Schule gehen
  • 94 Millionen weniger Kinder, die arbeiten
  • 11 Millionen weniger verheiratete Mädchen
  • 3 Millionen weniger Teenagerschwangerschaften pro Jahr
  • 12.000 weniger Kindstötungen pro Jahr.

Auch Erkrankungen, die bei Kindern besonders häufig zum Tode führen, sind zurückgegangen. Die Zahl der an Masern verstorbenen Menschen ist beispielsweise dank der Impfung zwischen 2000 und 2018 weltweit um 73% gesunken, berichtet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Endlich gibt es einen Malaria-Impfstoff!

Der weltweit erste Malaria-Impfstoff RTS,S gegen den Erreger Plasmodium falciparum wurde 2019 in Malawi, Ghana und Kenia eingeführt. In Phase-III-Studien hatten vier Impfungen mit RTS,S bei Kindern im Alter von fünf bis 17 Jahren die Malariarate um 39% verringert – fast vier von zehn Erkrankungen bei Kindern können also mit der Impfung verhindert werden. Die ersten drei Impfungen erfolgen im einmonatigen Abstand hintereinander, eine vierte 18 Monate später.

Die WHO hat ein Programm für die Einführung aufgelegt (Malaria Vaccine Implementation Programme), um zunächst in den genannten afrikanischen Staaten die Malariavakzinierung im Rahmen der Routine-Impfungen zu etablieren und Empfehlungen für die Einführung für weitere Staaten zu entwickeln. Im Rahmen des Programms werden pro Jahr 360.000 Kinder die Impfung erhalten.

Die Todesfälle durch HIV und AIDS sind weiter gesunken.

Hierzulande ist eine Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) dank der Verfügbarkeit von entsprechenden Medikamenten für viele Betroffene zu einer chronischen Erkrankung geworden, die kaum die Lebenserwartung verkürzt. Das ist weltweit noch nicht so. Aber wie die Vereinigten Nationen berichten, ist doch die Zahl der Todesfälle durch HIV und ihr Endstadium AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) im letzten Jahrzehnt um ein Drittel zurückgegangen. 2018 verstarben weltweit 770.000 Menschen im Zusammenhang mit dieser Infektion, 2010 waren es noch 1,2 Millionen. Für den erfolgreichen Kampf gegen die HIV-Infektion ist wesentlich, dass weiterhin ausreichend Mittel für die Diagnose und Therapie für Länder mit ungünstigeren ökonomischen Verhältnissen als hierzulande bereit gestellt werden, betont die UN.

Autor: FK

Diplom Biologin, Wissenschafts- und Medizinjournalistin und Redakteurin

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