Friederike Klein

Wissenschaftliche Fachkommunikation

Interview

Ist Medizinjournalistin Dein Traumberuf?

Tatsächlich kann ich mir heute nichts anderes mehr vorstellen.

Und was war als Kind der Traumberuf?

Tierpflegerin im Zoo. Dem bin ich dann ja auf wissenschaftlichem Niveau auch mit dem Biologie-Diplomstudium gefolgt.

Was war da Deine Leidenschaft?

Eher die Feld-, Wald- und Wiesenbiologie als die Laborarbeit. Entsprechend habe ich ein ökologisches Thema für die Diplomarbeit gewählt: Die Untersuchung eines drei Hektar großen Parkteichs in Gießen. Das war sehr umfassend und dabei ganz anwendungsbezogen: Die Stadt Gießen hatte ein Gutachten dazu beauftragt.

Warum bist Du jetzt nicht in der Forschung?

Die weitere wissenschaftliche Karriere im Bereich Limnologie hätte bedeutet, sich auf einen sehr speziellen Teilaspekt zu fokussieren. Ich habe aber schnell festgestellt, dass ich zwar einen großen Wissensdurst habe, aber wenig Lust, jahrelang an kleinsten Detailfragen zu arbeiten. Stattdessen hat mir schon immer gefallen, verschiedenen Dingen auf den Grund zu gehen und anderen zu erklären.

Das hast Du dann zum Beruf gemacht …

Ja, aber zunächst nicht als Autorin, sondern als Lektorin. Ich war bei verschiedenen Verlagen für die Planung und Umsetzung von universitären Lehrbuchprojekten verantwortlich – zunächst im Bereich der Biologie, dann der Medizin.

Da hast Du also noch nicht selbst geschrieben?

Wie man’s nimmt. So manches Lehrbuch bekommt erst durch die Lektorenhand seine ansprechende und verständliche Form…

Warum bist Du dann in die schreibende Zunft gewechselt?

Der Einstieg war eigentlich eher auf Managementebene: Von der Planungsleitung eines Buchprogramms zur Leitung eines Zeitschriftenprogramms. Da habe ich vieles über Fachinformationsmärkte, insbesondere im Bereich Medizin gelernt. Als Chefredakteurin einer Ärztezeitschrift bin ich dann richtig auf den Geschmack des Schreibens gekommen.

Und wie ging’s dann weiter?

Dann war ich einige Jahre für ein ganzes Bündel von medizinischen Fachzeitschriften samt assoziierten Kongressen zuständig, habe mich um inhaltliche und journalistische Fragen ebenso gekümmert wie um wirtschaftliche Belange und die Fortbildung der Mitarbeiter, bis mir klar war: Ich brauche mehr Freiheit.

Wozu mehr Freiheit?

Um mehr selbst zu schreiben, um mehr eigene Projekte und Ideen umzusetzen und um immer offen sein zu können für neue Herausforderungen.

Das waren bisher?

Zum Beispiel habe ich in Zusammenarbeit mit der Akademie des Deutschen Buchhandels verschiedene Fortbildungsseminare für Fachmedienredakteure und Fachverlagsmanager angeboten. Ich habe Zeitschriftenkonzepte für Verlage entwickelt, die ganz verschiedene Zielgruppen hatten. Derzeit ist der Schwerpunkt eher die wissenschaftsjournalistische Tätigkeit, aber auch die redaktionelle Unterstützung von Autoren und Herausgebern wissenschaftlicher Zeitschriften. Inhaltlich ist es mir immer noch möglich, viele Themen abzudecken und mich auf Neues einzulassen, wenn es mich besonders interessiert.

Worüber schreibst Du am liebsten?

Inhaltlich beschäftige ich mich gerne und viel mit psychiatrischen und neurologischen Themen sowie onkologischen Fragestellungen. Dazu reizen mich besonders gesellschaftliche, ethische und wirtschaftliche Fragen im Zusammenhang mit der modernen Medizin.

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