Friederike Klein

Wissenschaftliche Fachkommunikation

1. September 2018
von FK
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Webtipp zum Wochenende

Meine Entdeckung an diesem Wochenende: Eine Leipziger Wissenschaftlerin hat eine Kontaktplattform für Wissenschaftler und Studenten aufgebaut, die hiesige und geflüchtete Akademiker zusammen bringt: www.chance-for-science.de. Mehr über die Hintergründe dieses beeindruckenden Engagements finden Sie hier.

 

11. Juli 2018
von FK
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Kein Diesel ist auch keine Lösung

Nachdem Benzinmotoren dank Katalysatoren umweltfreundlicher geworden sind, stehen seit dem Skandal um Abschaltvorrichtungen Dieselmotoren besonders in der Kritik. Aus allergologischer, medizinischer und biologischer Sicht ist aber das Ausmaß des Verkehrs insgesamt das Problem. Fahrverbote für diesel-betriebene Fahrzeuge in begrenzten Arealen einer Stadt haben kaum mehr als kosmetische Effekte. Aber nicht einmal das erfolgt konsequent.

Die Wissenschaft kann da nur begrenzt helfen – die Verantwortung liegt bei Gesellschaft und Politik. Die Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit den Verkehrsemissionen sind bekannt und gut belegt, die Luftverschmutzung kann früh genug festgestellt werden, aber wenn wir nicht bereit sind, etwas zu ändern, auch gegen Industrieinteressen, werden Tausende von Menschen jährlich in der Bundesrepublik infolge der Luftverschmutzung sterben.

Professor Jeroen Buters, Toxikologe vom Zentrum für Allergie und Umwelt (ZAUM) am Helmholtz-Institut in München, forderte anlässlich des Kongresses der Europäischen Gesellschaft für Allergie und klinische Immunologie (EAACI) Ende Mai in München als erste kleine Schritte:

  • Automatikwagen abschaffen (verbrauchen 4% mehr Treibstoff)
  • Gewicht und Leistung von Fahrzeugen reduzieren (genau das Gegenteil passiert allerdings bei den immer schwerer werdenden Automobilen)
  • den Kraftstoffpreis erhöhen über eine Luftverschmutzungssteuer
  • mehr gasbetrieben Wagen kaufen und bei Hybridantrieb sooft wie möglich Biogas verwenden. Biogas emittiert gegenüber Benzin nur sehr wenig Partikel, weniger CO2 und sehr viel weniger Stickoxide.

Und in der Urlaubszeit: Ferienziele in der Nähe sind auch schön und öffentliche Verkehrsmittel bringen einen hierzulande an viele lohnenswerte Orte.

Übrigens: Das Nashorn ist auch nicht aus Afrika, sondern an einem herrlichen Tag im Juni im Zoo in München aufgenommen.

26. März 2018
von FK
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Wenn Menschen fasten, um zu sterben

Der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit, nicht ganz richtig auch „Sterbefasten“ genannt, ist für mache Menschen mit unerträglichem Leid eine selbstbestimmte Alternative zur Sterbehilfe. Mögliche Leiden durch den Verzicht auf Trinken und Essen können mit geeigneten Maßnahmen vermindert werden. Wenn Mediziner um Hilfe gebeten werden, begeben sie sich aber in ein ethisches und juristisches Dilemma. Mein Bericht zu einer Veranstaltung der Evangelischen Akademie Tutzing, die sich mit diesen Themen auseinander gesetzt hat, ist in der Zeitschrift Schmerzmedizin, Ausgabe 1/2018, erschienen.

4. Januar 2018
von FK
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Diabetes und Krebs – Zusammenhänge noch unklar

Prospektive epidemiologische Studien belegen eine erhöhte Inzidenz vieler Tumorerkrankungen bei Diabetes, nicht aber des Prostatakarzinoms. Mögliche pathophysiologische Hintergründe dieser unterschiedlichen Assoziation könnten Schlüssel zu therapeutischen Ansätzen sein. Erste Untersuchungsergebnisse dazu wurden bei einem Symposium anlässlich der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie 2017 in Stuttgart vorgestellt. Mein Bericht dazu ist in der Dezemberausgabe der Zeitschrift „Der Onkologe“ erschienen.

8. Oktober 2017
von FK
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Psychedelische Medizin ist wieder da

Es klingt nach Flower-Power-Revival: LSD (Lysergsäurediethylamid) könnte wieder Einzug in die Psychotherapie halten. In der Schweiz wird derzeit eine placebokontrollierte Studie dazu durchgeführt. Das Ziel: Mit einer oder wenigen Sitzungen mit dem Halluzinogen einen Zugang zu eigenen Ängsten im Rahmen einer schweren Erkrankung erhalten. Die mit der Droge gemachten Erfahrungen werden dann in Folgesitzungen psychotherapeutisch bearbeitet. Der Einsatz von LSD zur Unterstützung der Psychotherapie war schon Anfang der 1970er Jahre im Rahmen der psychedelischen Medizin versucht worden, wegen des steigenden Konsums im Privatbereich und dem darauf folgenden Verbot von LSD aber zum Erliegen gekommen.

Die Wiederentdeckung von LSD für psychotherapeutische Zwecke ist kein Einzelfall: In den USA soll in Kürze in zwei großen Therapiestudien 3,4-Methoxymethamphetamin, besser bekannt als Ecstasy, zur Unterstützung der psychotherapeutischen Therapie von posttraumatischen Belastungsstörungen eingesetzt werden. Das Halluzinogen Psylocybin aus Pilzen war bei einem ähnlich begrenzten Einsatz im Rahmen einer Psychotherapie in Studien gegen Depression und Ängste wirksam.

Wohlgemerkt: Es geht nicht um die regelmäßige Einnahme illegaler Drogen unter dem Deckmäntelchen der Medizin, sondern nur um eine gezielte Nutzung des Effekts bei einer oder wenigen Sitzungen mit anschließender Aufarbeitung des Erlebten in einer Psychotherapie. Erst durch größere kontrollierte Studien kann geklärt werden, in welchem Rahmen dieser Einsatz von Drogen wirklich hilfreich sein kann, ohne Patienten zu gefährden. Die Nutzung außerhalb von Studien ist deshalb nicht nur wegen juristischer Fragen derzeit keine Option. Die Ergebnisse der Studien sollten erst einmal abgewartet werden, möglicherweise gibt es dann eines Tages sogar eine offizielle Zulassung dieser Therapie.

Finanzkräftige Sponsoren für solche Studien aus der Industrie gibt es nicht, die laufenden oder demnächst startenden Studien werden durch öffentliche und Non-Profit-Organisationen wie die nordamerikanische Multidisciplinary Association of Psychedelic Studies (MAPS) unterstützt.

Mein  ausführlicher Beitrag zu dem Thema mit einem Interview mit Dr. Peter Gasser aus Solothurn, der die LSD-Studie in der Schweiz leitet, ist in der Ausgabe 9/10 der Zeitschrift DNP Der Neurologe und Psychiater erschienen.

8. August 2017
von FK
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Intensivbehandlung nach Geburt: Kinder brauchen Förderung

Wenn Babys nach der Geburt zur Behandlung auf die Intensivstation müssen, heißt das nicht, dass sie für immer in ihrer Entwicklung benachteiligt sind. Je länger der Aufenthalt eines Neugeborenen auf der Intensivstation war, umso höher ist zwar das Risiko, hinter der geistigen und körperlichen Entwicklung von Altersgenossen hinterherzuhinken. Im Grundschulalter scheint sich das aber häufig ausgewachsen zu haben. Für die Entwicklung des Kindes zählt dann immer stärker die Umwelt, die Schwierigkeiten am Lebensbeginn treten in ihrer Bedeutung zurück. Das galt in einer Studie aus den USA allerdings vor allem für Kinder aus wirtschaftlich und gesellschaftlich gut gestellten Familien. Damit alle Kinder dieselben guten Entwicklungschancen haben, sollten Sozial- und Erziehungsprogramme weniger gut gestellte Familien bei der Förderung ihres Nachwuchses unterstützen. Mein Beitrag zu der Studie Je älter die Kinder werden, umso mehr zählt die Umwelt wurde in der Zeitschrift Neonatalogie Scan veröffentlicht.

11. Mai 2017
von FK
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Wundheilung mit tierischer Unterstützung

Ein Axolotl hat’s gut. Es kann ein ganzes Bein regenerieren, wenn es sein muss. Und das beliebig oft. Forscher hoffen, mit der Entschlüsselung dieses Wunders auch einen Schritt weiter zu kommen bei der Unterstützung der Wundheilung des Menschen. Wie die Biologin Dr. Sarah Strauß von der Medizinischen Hochschule Hannover berichtete, scheint das Enzym AmbLOXe eine wichtige Rolle bei der Regeration eines Axolotl-Beins zu spielen. In der Petrischale und im Tierversuch scheint der Stoff tatsächlich die Heilung zu beschleunigen. Ein Herstellungverfahren wurde erfoglreich entwickelt und patentiert. Jetzt müssen klinische Studien zeigen, ob sich der Axolotl-Wirkstoff auch bei der Wundheilung beim Menschen bewährt.

Dieses Amphibium schafft zwar die Verwandlung von Kaulquappe zu Frosch, aber ein Bein ersetzen kann es nicht.

 

Bereits verfügbar ist die Unterstützung der Wundheilung durch Dorschhaut. Die von Zellen befreite Struktur der Fischhaut bietet den Stammzellen der Haut gute Bedingungen zum Einwandern in die Wundfläche, unterstützt die Bildung neuer Blutgefäße und in der Struktur noch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sollen gegen Entzündungen und Bakterien wirken, die die Wundheilung sonst erschweren. Obwohl das Fischhautprodukt einst als Abfallprodukt des Fischfangs entstand, ist es als Medizinprodukt allerdings sehr teuer.

Den ausführlichen Beitrag, der auf zwei Vorträgen beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in München am 21. März 2017 beruht, können angemeldete Nutzer bei SpringerMedizin.de lesen.

16. Februar 2017
von FK
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Schwierige medizinische Entscheidungen treffen

Operation oder nicht, die eine oder die andere Therapie – heute soll jeder Patient so gut informiert werden, dass er die Entscheidung über die medizinische Behandlung mit treffen und mittragen kann. Eine Hilfe bei schwierigen Entscheidungen, die Gesundheit oder das soziales Leben betreffen, wird im Internet von dem Angebot gesundheitsinformation.de des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen geboten. Ein interaktives pdf-Formular soll helfen, sich über persönliche Bedürfnisse klar zu werden, die nächsten Schritte zu planen und Fortschritte zu dokumentieren. Auch die Sicht anderer Menschen, die an der Entscheidung beteiligt sind, wird aufgegriffen.

Einfach ist die Mitwirkung bei der Entscheidung nicht – sicher ist es einfacher, ganz der Empfehlung des Arztes zu vertrauen. Aber die Folgen muss der Patient selbst tragen, mit allen Chancen und Risiken. Häufig gibt es keine eindeutig beste Theapie, alles hat seine Vor- und Nachteile. Deshalb ist es so wichtig, sich alles genau vom Arzt erklären zu lassen, sich gegebenenfalls selbst Informationen zu beschaffen, die eigenen Prioritäten zu gewichten und dann unter Abwägen aller Argumente mitzuentscheiden. Deshalb lohnt die Arbeit, die das Ausfüllen der interaktiven pdf-Datei macht.

15. Dezember 2016
von FK
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Flüchtlinge besser versorgen: Aus Einsätzen in Krisenregionen lernen

Anlässlich des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) im November 2016 in Berlin diskutierten Vertreter aus Politik, Nichtregierungsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen und der Psychiatrie, was Menschen, die bei uns Schutz suchen, brauchen, um physisch und psychisch gesund zu bleiben oder zu werden. Erfahrungen aus Krisen- und Kriegsgebieten können dazu auch hierzulande hilfreich sein. Bewährt haben sich beispielsweise Berater aus dem jeweiligen Kulturkreis, die niederschwellig auf die Menschen zugehen. Für eine solche aufsuchende Hilfe ist Deutschland bislang nicht gut gerüstet. Lesen Sie meinen Bericht hier.

12. Oktober 2016
von FK
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Kubas Osten leidet unter Hurrikan-Folgen

Die schrecklichen Bilder der Zerstörung in Haiti gingen um die Welt. Kubas Osten ist ebenfalls stark vom Hurrikan „Matthiew“ betroffen, auch wenn das kaum an die Weltöffentlichkeit gelangt. Das paradiesisch gelegene Baracoa war zeitweise von der Außenwelt abgeschlossen und es heißt, viele Häuser sind total zerstört. Strom- und Wasserversorgung funktionieren nicht und Nahrungsmittel sind knapp, weil die Ernte zerstört und die Verbindung zur Außenwelt schwierig ist. Noch weiter östlich in Maisi soll kein Stein mehr auf dem anderen sein. Dennoch heißt es, es seien keine Menschen zu Tode gekommen.

Deutschsprachige Infos findet man bei dem regierungsfreundlichen Dienst amerika 21 oder eher kritischen Seiten wie Latinapress.

Ich denke an liebe Freunde dort und hoffe, sie alle demnächst wohlbehalten wiederzusehen.

Sturm und Regen ist in Baracoa keine Seltenheit. Aber einem Hurricane wie "Matthiew" halten Natur und Häuser nicht stand

Sturm und Regen ist in Baracoa keine Seltenheit. Aber einem Hurrikan wie „Matthiew“ halten Natur und Häuser nicht stand.

Baracoa in besseren Zeiten.

Baracoa in besseren Zeiten.

Der Tafelberg El Yunque ist eines der Wahrzeichen Baracoas.

Der Tafelberg El Yunque ist eines der Wahrzeichen Baracoas.