Friederike Klein

Wissenschaftliche Fachkommunikation

28. Juli 2021
von FK
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Heißer Kongressherbst

Im August hole ich drei Wochen lang tief Atem und starte dann in einen heißen Kongressherbst. Auf dem Programm stehen im zweiten Halbjahr

06.-08.09.2021       Kongress der European Respiratory Society (ERS)

08.-11.09.2021        Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO)

17.-21.09.2021         Jahreskongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) 2021

23.-26.09.2021       13. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie

27.09.-01.10.2021  56. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD)

01.-04.10.2021        Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) 2021

07.-09-10.2021       Kongress der Deutschen Transplantationsgesellschaft

03.-06.11.2021        93. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie

24.-27.11.2021        Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde – DGPPN

11.-14.12.2021        Jahrestagung der American Society for Hematoloy (ASH)

Einige Kongresse sind hybrid geplant, aber ich nehme noch vom Schreibtisch aus teil.

Im nächsten Jahr wird das hoffentlich wieder anders und Wissenschaftler und Medizinjournalisten treffen sich auch wieder persönlich.

Obdachlose gibt es auch in München immer mehr

6. April 2021
von FK
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Buchtipp: Katja Hübner – Okay, danke, ciao!

Täglich laufe ich in München an Obdachlosen vorbei. Sie stehen vor einer Einrichtung der Diakonie, wo sie tagsüber ein paar Stunden verbringen können. Ich bin noch nie eingetreten, weiß gar nicht genau, was sie dort machen. Manchmal kommt es zu einem kurzen Augenkontakt und ich grüße. Ich kenne die Statistiken, wonach so mancher Obdachlose psychisch krank ist. Manchmal höre ich auch jemanden unverhältnismäßig laut vor sich hinreden (ohne Kopfhörer im Ohr), mal aggressiv, mal fast philosophisch, in jedem Fall mit ungewöhnlichem Inhalt.

Katja Hübner ist nicht länger vorbeigegangen. Sie ging einen Schritt zu auf einen wohnungslosen Menschen, der sich offensichtlich im normalen Leben nicht zurechtzufinden schien. Sie hat das Notwendige getan. Erst Nahrungsmittel gebracht, dann Kleidung, einen Schlafsack besorgt. Immer und immer wieder. Und wollte, als der Winter kam, nicht zusehen, dass dieser junge Mann – Marc – womöglich erfriert. Sie investierte immer mehr Zeit und auch Geld und konnte nicht lockerlassen. Am Ende entsteht so etwas wie Freundschaft mit Marc. Die bezieht auch ihre ganze Familie mit ein. Aber ein Happy End im herkömmlichen Sinne ist das nicht. Marc bleibt ein besonderer Mensch.

Das Buch von Katja Hübner zeigt auf wunderbare Weise, wie wichtig es ist, Menschen sie selbst sein zu lassen – auch wenn sie von der Medizin das Siegel „krank“ bekommen haben. Das gilt auch für Menschen mit einer besonderen Begabung – der Psychose. Der Bericht ist nie beschönigend, sondern sehr ehrlich, nicht gefühlsduselig und trotzdem sehr anrührend geschrieben.

In einer Zeit der erzwungenen Distanzierung von anderen Menschen wie augenblicklich in der Pandemie kommt dieses Buch über die Kraft der menschlichen Fürsorge und Nähe zur rechten Zeit. Eine Botschaft von Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft ist gerade jetzt sehr wichtig. Danke!

Katja Hübner: Okay, danke ciao!
Eine Geschichte über Freundschaft und Obdachlosigkeit
Heyne Hardcore
192 Seiten
ISBN 978-3-453-27292-7
16,00 € (D), 16,50 € (A), CHF 22,90
Erscheinungstermin: 13. April 2021

26. März 2021
von FK
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Medizin für Menschen: Ressourcen, Resilienz und Trialog im Fokus

Die europäische Psychiatrische Gesellschaft EPA hat am 25. März 2021 verkündet, dass 2021 Prof. Dr. Michaela Amering, Sozialpsychiaterin der Universität Wien, den mit 10.000 Euro dotierten Preis „EPA Constance Pascal – Helen Boyle“ erhält. Verliehen wird dieser Preis für herausragende Leistungen einer Frau zur Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung in Europa. Dass ein Preis speziell für eine Frau ausgelobt wird und damit den Makel des Quotenpreises hat, finde ich schade. Aber dass Prof. Amering einen Preis für ihre Leistungen im Bereich der Psychiatrie bekommt, ist mehr als verdient.

Konzepte Resilienz und Trialog vorangebracht

Aus ihren Vorträgen und Publikationen habe ich unter anderem mitgenommen, dass es auch und gerade in der Medizin nicht nur darauf ankommt, auf Defizite zu schauen, sondern auch auf Ressourcen und Faktoren, die Menschen wiederstandsfähig oder resilient machen. Ein wesentliches Element der Krankheitsbewältigung ist nicht nur die „Reparatur“ durch die Medizin, sondern auch das individuelle Lernen, mit der Krankheit möglichst gut und normal zu leben. Der Schwerpunkt von Prof. Amerings Aktivitäten lag und liegt dabei auf der Versorgung von Menschen mit Schizophrenie, die für die Gesellschaft häufig den Prototyp des „Verrückten“ verkörpern, aber sich selbst auch als Menschen mit einer besonderen Begabung verstehen. Prof. Amering initiierte maßgeblich das Konzept des Trialogs: Betroffene, Familie, Freunde und medizinisches Fachpersonal werden an einen Tisch geholt und sprechen auf Augenhöhe miteinander.

Hintergrund des Preises „EPA Constance Pascal – Helen Boyle“

Der an Prof. Amering verliehene Preis ist benannt nach Dr. Helen Boyle, einer irisch/britischen Ärztin und Psychologin, die als erste Frau Präsidentin der medizinisch-psychologischen Fachgesellschaft in Großbritannien wurde, und Dr. Constance Pascal, eine rumänische Ärztin, die sich als erste Frau in Frankreich als Psychiaterin qualifizierte.

2. März 2021
von FK
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Alle Schüler testen ist noch keine COVID-19-Strategie

Pädiaterinnen und Pädiater zweifeln an der Sinnhaftigkeit von Schnelltests in der Schule und waren vor den Konsequenzen falsch-positiver und flasch-negativer Ergebnisse. Das zeigt die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH). Die Stellungnahme zu SARS-CoV-2-Testkriterien für Schulen während der COVID-19-Pandemie und zu den Möglichkeiten und jeweiligen Strategien unterschiedlicher Testverfahren  ist hier abzurufen:
Stellungnahme zu Teststrategien auf DGKJ-Homepage.

Zweite Welle

16. November 2020
von FK
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„Zweite Welle“ verunsichert Krebspatienten

16.11.2020. Aufgrund des deutlichen Anstiegs der Covid-19-Neuinfektionen („zweite Welle“) befürchten die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Deutsche Krebsgesellschaft erneut Einschränkungen in der Versorgung von Krebspatienten.

Wie sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung erläutern, hatte während der „ersten Welle“ der COVID-19-Pandemie in Deutschland eine Befragung der 18 großen Spitzenzentren der Krebsmedizin (Comprehensive Cancer Center, CCCs) gezeigt, dass es nicht nur Einschränkungen in der Nachsorge, in der Psychoonkologie und in den Beratungsangeboten gegeben hat, sondern auch Veränderungen bei der bildgebenden Diagnostik, der Systemtherapie, bei Tumoroperationen und der Palliativmedizin. Inwieweit sich diese Effekte auf das Überleben von Patienten auswirken werden, wird sich erst in einigen Jahren zeigen.

Betroffene, die wegen der aktuellen „zweiten Welle“ Fragen zu ihren anstehenden Untersuchungen, Therapien oder Nachsorge-Terminen haben, können sich an den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums und das INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe wenden:

Hier geht es zur Gemeinsamen Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums , der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft

© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

9. September 2019
von FK
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Rauchstopp-Hotline – old fashioned, aber wirksam

Seit 2016 prangen in ganz Europa auf den Zigarettenschachteln und Zigarrenkisten abschreckende Bilder und große Warnhinweise. Auf der Vorderseite steht zudem immer auch die Telefonnummer der Rauchstopp-Telefonhotline des jeweiligen Landes. In Deutschland ist das die Nummer der kostenfreien Raucher-Hotline der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA; Tel. 0800 – 8 31 31 31). Seitdem haben die 13 ausgebildeten Beratungspersonen der Rauchstopp-Hotline der BZgA viel zu tun. 2018 führten sie laut Diplompsychologe Peter Lindinger aus St. Peter mehr als 65.000 Gespräche. Die Beratung soll helfen, den Ausstieg vorzubereiten und Rückfällen vorzubeugen. Sie schließt das Angebot einer ausführlicheren Beratung zum Rauchstopp und von wiederholten weiteren Kontakten ein. 30% der Raucher, die die BZgA kontaktieren, schaffen es, über zwölf Monate vom Glimmstängel zu lassen. Das lässt sich im Vergleich zu vielen anderen Maßnahmen zur Raucherentwöhnung durchaus sehen. Können die Ausstiegswilligen mehrfach kontaktiert werden, steigt die Quote sogar auf 40%, wie Lindinger anlässlich des Interdisziplinären Kongresses für Suchtmedizin im Juli 2019 in München berichtete. Die BZgA-Hotline wird flankiert von dem rauchfrei-Programm im Internet mit Email-Coach, Community und Ersparnis-Rechner. Zukünftig sollen Klinik-Ärzte ihre rauchenden Patienten mit einem „rauchfrei-ticket“ auf die Angebote des BZgA hinweisen und sie dort einfach und schnell anmelden können.

Bild: © Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

7. Juni 2019
von FK
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Seltene Erkrankungen gar nicht so selten

Der Begriff „seltene Erkrankungen“ ist irreführend. Gemeint sind zwar Krankheiten, die in einer Häufigkeit von weniger als 5 pro 10.000 Personen auftreten. Davon gibt es aber laut Weltgesundheitsorganisation 5400. Das macht in der Summe 30 Millionen Betroffene weltweit und alleine 4,3 Millionen in Deutschland. Das Nationalen Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) soll hierzulande helfen, die Versorgung der Betroffenen zu verbessern. Wo es noch hakt, können Sie ein meinem Bericht in der Ärzte Zeitung vom Internistenkongress in Wiesbaden Anfang Mai 2019 lesen.

26. April 2019
von FK
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Seelische Atemnot-Verstärker beachten!

Viele Menschen mit einer Lungenerkrankung erleben Situationen mit Atemnot. Das macht Angst. Angst vor Atemnot und Niedergeschlagenheit bis hin zur Depression können aber wiederum die Lungensymptome und insbesondere die Atemnot verschlechtern. Ein Bericht dazu basierend auf dem Lungenärztekongress im März in München ist in der Ärzte Zeitung erschienen.

2. Januar 2019
von FK
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Ein paar Schnipsel Gutes aus 2018

Das Ozonloch schließt sich

Ozon in der Atmosphäre schützt die Erde und ihre Bewohner vor zu viel ultravioletter Strahlung. Die Bemühungen um eine Reduktion von Ozon-abbauenden Substanzen hat sich gelohnt: Die Vereinten Nationen stellen in ihrem Bericht 2018 fest, dass die Ozonschicht sich seit dem letzten Bericht 2014 deutlich erholt hat. Auf der Nordhalbkugel könnte eine vollständige Erholung bis 2030 erreicht sein, wenn die Entwicklung so weiter geht, auf der Südhalbkugel bis 2050, an den Polen bis 2060.

Weniger registrierte Straftaten in Deutschland

Im Mai 2018 wird die Polizeiliche Kriminalstatistik vorgestellt. Während sich viele Menschen immer größere Sorgen um ihre Sicherheit machen, ist tatsächlich die Zahl der in Deutschland registrierten Straftaten in 2017 um fast 610.542 gegenüber 2016 gesunken – ein Minus von 9,6% und die stärkste Abnahme seit fast 25 Jahren.

Erste E-Straße in Schweden eröffnet

In Schweden wurde die erste elektrifizierte Straße freigegeben, wie der Daily Scandinavian berichtet. E-Auto und -Lastwagen können über eine schienenartige Konstruktion mit einem beweglichen Arm, der sich mit dem Fahrzeugboden verbindet, während der Fahrt ihre Batterien aufladen. Der zwei Kilometer lange Straßenabschnitt liegt in der Nähe Stockholms, weitere Straßenabschnitte im ganzen Land sollen folgen. Die e-Straßen sind eine wichtige Maßnahme, um Schwedens Ziel zu erreichen, bis 2030 unabhängig von fossilen Brennstoffen zu sein.

Friedensvertrag zwischen Äthiopien und Eritrea

Nach einem langen Unabhängigkeitskrieg hatte sich Eritrea 1993 von Äthiopien getrennt. Anfang Juli 2018 wurde der Kriegszustand endlich offiziell für beendet erklärt und ein Friedensvertrag unterzeichnet. Als wichtiger Schritt in der Normalisierung der Beziehung beider Staaten wurde im September wieder die Grenze geöffnet. Mehr…

Unverpackt einkaufen liegt im Trend

Wir müssen nicht warten, bis das EU-Verbot für Einwegplastik endlich umgesetzt wird. In immer mehr Städten gibt es Unverpackt-Läden (Liste der Unverpackt-Läden zum Beispiel beim NABU) und viele Verbraucher greifen auch im Supermarkt lieber zu unverpackter Ware oder kaufen auf dem Wochenmarkt verpackungsfrei ein.

Konstruktiver Journalismus – ein wohltuendes Gegengewicht

Nachrichten und Berichte erzeugen häufig Sorgen, Angst oder ein Gefühl der Machtlosigkeit. Das muss nicht sein. Die Zeitschrift Positive News beispielsweise bringt Nachrichten, Fakten und Berichte, die zeigen: Es gibt viele positive Entwicklungen und es lohnt sich für jeden Einzelnen, etwas in seinem Umfeld zu verändern. Dieses Abonnement hat mich jedenfalls optimistischer gemacht und mir auch für meine Arbeit neuen Schwung gegeben.

Ein gutes neues Jahr 2019 wünscht

Friederike Klein

30. September 2018
von FK
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Bericht vom 23. Kongress der European Hematology Association (EHA) 2018 ist erschienen

Immer im Juni treffen sich die europäischen Hämatologen und Hämatoonkologen zu ihrem jährlichen Kongress. Der Austausch über wissenschaftliche Fragestellungen und neue Studienergebnisse geht aber weit über europäische Grenzen hinaus. Genau zwischen zwei Jahrestagungen der amerikanischen Gesellscahft für Hämatologie (ASH) gelegen, trifft sich beim EHA-Kongress die hämatoonkologische Fachwelt aus allen Kontinenten. Inhaltlich sind seit Jahren bei hämatologischen Neoplasien genauso wie bei soliden Tumoren immunologische Therapieansätze besonders im Fokus des Interesses. Deshalb beschäftigt sich auch mein Kongressbericht zum 23. Kongress der European Hematology Association (EHA), der vom 14.–17.06.2018 in Stockholm, Schweden, stattfand, mit diesem Thema.

Der Kongressbericht „Neue Ergebnisse zur Immuntherapie hämatologischer Neoplasien“ ist in der Zeitschrift Der Onkologe 2018; Jahrgang 24, Ausgabe 10, Seiten 822-825 erschienen und hier abrufbar.