Der Anstieg der Temperaturen weltweit hat bereits zu einer Verlängerung der Pollensaison geführt. So lösen Haselpollen bei Allergikern hierzulande vielerorts bereits im Januar „Heuschnupfen“ aus. Eine andere Ursache für eine längere Pollensaison wurde bislang übersehen. Das nächtliche Kunstlicht in Ballungsgebieten führt ebenfalls zu einer besonders langen und besonders starken Pollenproduktion, so eine aktuelle Studie. Licht und Tageslänge aktivieren Signalwege in Pflanzen, die Blüte und Fortpflanzungsaktivität fördern. Die Pflanze nimmt das nächtliche Kunstlicht als eine verlängerte Tageslänge wahr – und blüht länger und produziert mehr Pollen.
Das Forschungsteam aus den USA wertete zwölf Jahre lang Daten von zwölf Messstationen in großen Städten im Nordosten der USA aus und kombinierte sie mit Satellitendaten zur nächtlichen Lichtverschmutzung und mit Klimaaufzeichnungen. Bei viel Kunstlicht in der Nacht gab es eine Assoziation mit einem früheren Start der Pollensaison und einer längeren Pollensaison, auch wenn der Einfluss von Temperatur und Niederschlägen herausgerechnet wurde. Zudem war bei hoher nächtlicher Lichtintensität die Allergenbelastung an mehr Tagen extrem hoch als bei wenig nächtlichem Licht, vor allem zu Beginn und am Ende der Pollensaison.
In Städten ist nicht nur die nächtliche Lichtintensität hoch. Dort leben auch besonders viele Menschen mit Allergien. Deshalb sollten die Zusammenhänge von viel nächtlichem Kunstlicht und hoher Pollenbelastung von Gesundheitsbehörden und Stadtplanern mit berücksichtigt werden, erklären die Autorinnen und Autoren. FK
Quelle: Geist B et al. PNAS Nexus 2026; 5(1): pgaf405. https://doi.org/10.1093/pnasnexus/pgaf405







