Friederike Klein

Wissenschaftliche Fachkommunikation

25. März 2020
von FK
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Heuschnupfen, Erkältung, Influenza-Grippe oder COVID-19-Erkrankung?

Hatschi! Wer in diesen Zeiten wegen eines Heuschnupfens Juckreiz in der Nase hat, wird von den Mitmenschen ausgesprochen kritisch angeschaut. Ein Schnupfen und vor allem Niesreiz sind aber keine typischen Symptome bei COVID-19-Infektion. Die Beschwerden weisen eher auf eine Erkältung oder eine Heuschnupfen hin. Das Allergiezentrum in Wiesbaden hat zusammengestellt, wie auch Laien unterscheiden können, ob die aktuellen Beschwerden auf Heuschnupfen, eine Erkältung, eine Grippe durch Influenza-Viren oder eine Erkrankung durch eine COVID-19-Infektion („Corona“) hindeuten. Hier finden Sie die Tabelle.

15. Januar 2020
von FK
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WHO: 11 Herausforderungen für die neue Dekade

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat formuliert, was die größten und brennendsten Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung weltweit im neuen Jahrzehnt sein werden. Sie kam dabei auf elf Problemfelder.

  1. Das Thema Gesundheit als Teil der Klimadebatte verstärken.
  2. Gesundheitsdienste in Konflikt- und Krisenregionen gewährleisten.
  3. Die Gesundheitsversorgung weltweit trotz wachsender sozioökonomischer Unterschiede fairer gestalten.
  4. Den Zugang zu Medikamenten für alle verbessern.
  5. Infektionskrankheiten stoppen.
  6. Vorbereitungen für den Fall von Epidemien treffen.
  7. Menschen vor gefährlichen Stoffen – angefangen bei ungesunden Nahrungsmitteln und Ernährungsweisen bis hin zu Drogen – schützen.
  8. Mehr investieren in Menschen, die professionell für die Gesundheit aller arbeiten: Mehr Ausbildung, bessere Bezahlung, bessere Arbeitsplatzbedingungen für Pflegekräfte und Hebammen.
  9. Schutz der Heranwachsenden vor Unfällen, Suiziden, Infektionen und zwischenmenschlicher Gewalt.
  10. Vertrauen zu Gesundheitsdiensten stärken – den Falschinformationen in sozialen Medien entgegen wirken.
  11. Neue Technologien nutzen, um Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten zu verbessern.

Die WHO betont, dass alle diese von Experten weltweit zusammengetragenen Herausforderungen wichtig sind. Sie spiegeln die Sorge wieder, das führende Politiker und Wirtschaftsvertreter den Investitionen in die Gesundheitssysteme und den Kernthemen der Gesundheitsversorgung nicht ausreichend Priorität einräumen. Der WHO ist klar, dass diese Herausforderungen nicht einfach zu bewältigen sind. Sie hält sie aber für durchaus erreichbar: Gesundheit ist letztlich eine Frage der Politik!

Mehr dazu hier.

3. Januar 2020
von FK
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Positive Entwicklungen für die Gesundheit weltweit

Konstruktiver Journalismus kennt nicht nur all die schlechten Nachrichten, mit denen wir ständig konfrontiert werden. Er berichtet auch über positive Entwicklungen, die es ebenso überall auf der Welt gibt. Hier einige Beispiele aus 2019 zu Themen aus der Medizin, auf die ich gerade durch die Zeitschrift „Positive News“ aus England aufmerksam wurde:

Kinder wachsen heute weltweit häufiger gesund, sicher und mit Bildungschancen auf

Der „Save The Children’s Global Childhood Report 2019“ konstatiert für viele Länder weltweit eine Verbesserung der Lebenssituation von Kindern. Das führte im Jahr 2019 im Vergleich zum Jahr 2000 zu

  • 4,4 Millionen weniger Todesfällen bei Kindern pro Jahr
  • 49 Millionen weniger Kinder, die in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind
  • 115 Millionen weniger Kinder, die nicht zur Schule gehen
  • 94 Millionen weniger Kinder, die arbeiten
  • 11 Millionen weniger verheiratete Mädchen
  • 3 Millionen weniger Teenagerschwangerschaften pro Jahr
  • 12.000 weniger Kindstötungen pro Jahr.

Auch Erkrankungen, die bei Kindern besonders häufig zum Tode führen, sind zurückgegangen. Die Zahl der an Masern verstorbenen Menschen ist beispielsweise dank der Impfung zwischen 2000 und 2018 weltweit um 73% gesunken, berichtet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Endlich gibt es einen Malaria-Impfstoff!

Der weltweit erste Malaria-Impfstoff RTS,S gegen den Erreger Plasmodium falciparum wurde 2019 in Malawi, Ghana und Kenia eingeführt. In Phase-III-Studien hatten vier Impfungen mit RTS,S bei Kindern im Alter von fünf bis 17 Jahren die Malariarate um 39% verringert – fast vier von zehn Erkrankungen bei Kindern können also mit der Impfung verhindert werden. Die ersten drei Impfungen erfolgen im einmonatigen Abstand hintereinander, eine vierte 18 Monate später.

Die WHO hat ein Programm für die Einführung aufgelegt (Malaria Vaccine Implementation Programme), um zunächst in den genannten afrikanischen Staaten die Malariavakzinierung im Rahmen der Routine-Impfungen zu etablieren und Empfehlungen für die Einführung für weitere Staaten zu entwickeln. Im Rahmen des Programms werden pro Jahr 360.000 Kinder die Impfung erhalten.

Die Todesfälle durch HIV und AIDS sind weiter gesunken.

Hierzulande ist eine Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) dank der Verfügbarkeit von entsprechenden Medikamenten für viele Betroffene zu einer chronischen Erkrankung geworden, die kaum die Lebenserwartung verkürzt. Das ist weltweit noch nicht so. Aber wie die Vereinigten Nationen berichten, ist doch die Zahl der Todesfälle durch HIV und ihr Endstadium AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) im letzten Jahrzehnt um ein Drittel zurückgegangen. 2018 verstarben weltweit 770.000 Menschen im Zusammenhang mit dieser Infektion, 2010 waren es noch 1,2 Millionen. Für den erfolgreichen Kampf gegen die HIV-Infektion ist wesentlich, dass weiterhin ausreichend Mittel für die Diagnose und Therapie für Länder mit ungünstigeren ökonomischen Verhältnissen als hierzulande bereit gestellt werden, betont die UN.

© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

9. September 2019
von FK
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Rauchstopp-Hotline – old fashioned, aber wirksam

Seit 2016 prangen in ganz Europa auf den Zigarettenschachteln und Zigarrenkisten abschreckende Bilder und große Warnhinweise. Auf der Vorderseite steht zudem immer auch die Telefonnummer der Rauchstopp-Telefonhotline des jeweiligen Landes. In Deutschland ist das die Nummer der kostenfreien Raucher-Hotline der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA; Tel. 0800 – 8 31 31 31). Seitdem haben die 13 ausgebildeten Beratungspersonen der Rauchstopp-Hotline der BZgA viel zu tun. 2018 führten sie laut Diplompsychologe Peter Lindinger aus St. Peter mehr als 65.000 Gespräche. Die Beratung soll helfen, den Ausstieg vorzubereiten und Rückfällen vorzubeugen. Sie schließt das Angebot einer ausführlicheren Beratung zum Rauchstopp und von wiederholten weiteren Kontakten ein. 30% der Raucher, die die BZgA kontaktieren, schaffen es, über zwölf Monate vom Glimmstängel zu lassen. Das lässt sich im Vergleich zu vielen anderen Maßnahmen zur Raucherentwöhnung durchaus sehen. Können die Ausstiegswilligen mehrfach kontaktiert werden, steigt die Quote sogar auf 40%, wie Lindinger anlässlich des Interdisziplinären Kongresses für Suchtmedizin im Juli 2019 in München berichtete. Die BZgA-Hotline wird flankiert von dem rauchfrei-Programm im Internet mit Email-Coach, Community und Ersparnis-Rechner. Zukünftig sollen Klinik-Ärzte ihre rauchenden Patienten mit einem „rauchfrei-ticket“ auf die Angebote des BZgA hinweisen und sie dort einfach und schnell anmelden können.

Bild: © Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

7. Juni 2019
von FK
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Seltene Erkrankungen gar nicht so selten

Der Begriff „seltene Erkrankungen“ ist irreführend. Gemeint sind zwar Krankheiten, die in einer Häufigkeit von weniger als 5 pro 10.000 Personen auftreten. Davon gibt es aber laut Weltgesundheitsorganisation 5400. Das macht in der Summe 30 Millionen Betroffene weltweit und alleine 4,3 Millionen in Deutschland. Das Nationalen Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) soll hierzulande helfen, die Versorgung der Betroffenen zu verbessern. Wo es noch hakt, können Sie ein meinem Bericht in der Ärzte Zeitung vom Internistenkongress in Wiesbaden Anfang Mai 2019 lesen.

26. April 2019
von FK
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Seelische Atemnot-Verstärker beachten!

Viele Menschen mit einer Lungenerkrankung erleben Situationen mit Atemnot. Das macht Angst. Angst vor Atemnot und Niedergeschlagenheit bis hin zur Depression können aber wiederum die Lungensymptome und insbesondere die Atemnot verschlechtern. Ein Bericht dazu basierend auf dem Lungenärztekongress im März in München ist in der Ärzte Zeitung erschienen.

18. Januar 2019
von FK
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ASH Annual Meeting 2018 in San Diego: Kongressbericht erschienen

Vom 1. bis 4. Dezember 2018 fand die Jahrestagung der amerikanischen Hämatologiegesellschaft ASH in San Diego statt. Während draußen die kalifornische Sonne lachte, tummelten sich über 29.000 Kongressbesucher in den Hallen und Gängen des Kongresszentrums und benachbarter Kongressgebäude und diskutierten eine Flut von neuen wissenschaftlichen Daten zur Therapie von Erkrankungen des Blutes. Meine Zusammenfassung zu einigen vorgestellten Studiendaten aus dem Bereich der Hämatoonkologie ist am 18. Januar 2019 online in der Zeitschrift Der Onkologe erschienen und hier abrufbar. Schwerpunkte sind zielgerichtete Therapiene und Immuntherapien, die bei vielen Erkrankungen zunehmend die Standardtherapie verändern.

4. Januar 2019
von FK
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Kongressbericht vom ESMO 2018 erschienen

Vom 19.-23.10.2018 fand der Jahreskongress der European Society
for Medical Oncology (ESMO) in München statt. Nicht nur die europäischen Experten für die Erforschung, Diagnose und Behandlung von Krebs, sondern Wissenschaftler und Onkologen aus der ganzen Welt kamen nach München, um neueste Studiendaten und ihre Relevanz für den klinischen Alltag zu diskutieren. Dabei ging es beispielsweise um die Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren
oder Brustkrebs. Im Dezember 2018 ist mein Kongressbericht dazu in der Zeitschrift „Der Onkologe“ (Springer Medizin Verlag, Heidelberg) erschienen.

2. Januar 2019
von FK
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Ein paar Schnipsel Gutes aus 2018

Das Ozonloch schließt sich

Ozon in der Atmosphäre schützt die Erde und ihre Bewohner vor zu viel ultravioletter Strahlung. Die Bemühungen um eine Reduktion von Ozon-abbauenden Substanzen hat sich gelohnt: Die Vereinten Nationen stellen in ihrem Bericht 2018 fest, dass die Ozonschicht sich seit dem letzten Bericht 2014 deutlich erholt hat. Auf der Nordhalbkugel könnte eine vollständige Erholung bis 2030 erreicht sein, wenn die Entwicklung so weiter geht, auf der Südhalbkugel bis 2050, an den Polen bis 2060.

Weniger registrierte Straftaten in Deutschland

Im Mai 2018 wird die Polizeiliche Kriminalstatistik vorgestellt. Während sich viele Menschen immer größere Sorgen um ihre Sicherheit machen, ist tatsächlich die Zahl der in Deutschland registrierten Straftaten in 2017 um fast 610.542 gegenüber 2016 gesunken – ein Minus von 9,6% und die stärkste Abnahme seit fast 25 Jahren.

Erste E-Straße in Schweden eröffnet

In Schweden wurde die erste elektrifizierte Straße freigegeben, wie der Daily Scandinavian berichtet. E-Auto und -Lastwagen können über eine schienenartige Konstruktion mit einem beweglichen Arm, der sich mit dem Fahrzeugboden verbindet, während der Fahrt ihre Batterien aufladen. Der zwei Kilometer lange Straßenabschnitt liegt in der Nähe Stockholms, weitere Straßenabschnitte im ganzen Land sollen folgen. Die e-Straßen sind eine wichtige Maßnahme, um Schwedens Ziel zu erreichen, bis 2030 unabhängig von fossilen Brennstoffen zu sein.

Friedensvertrag zwischen Äthiopien und Eritrea

Nach einem langen Unabhängigkeitskrieg hatte sich Eritrea 1993 von Äthiopien getrennt. Anfang Juli 2018 wurde der Kriegszustand endlich offiziell für beendet erklärt und ein Friedensvertrag unterzeichnet. Als wichtiger Schritt in der Normalisierung der Beziehung beider Staaten wurde im September wieder die Grenze geöffnet. Mehr…

Unverpackt einkaufen liegt im Trend

Wir müssen nicht warten, bis das EU-Verbot für Einwegplastik endlich umgesetzt wird. In immer mehr Städten gibt es Unverpackt-Läden (Liste der Unverpackt-Läden zum Beispiel beim NABU) und viele Verbraucher greifen auch im Supermarkt lieber zu unverpackter Ware oder kaufen auf dem Wochenmarkt verpackungsfrei ein.

Konstruktiver Journalismus – ein wohltuendes Gegengewicht

Nachrichten und Berichte erzeugen häufig Sorgen, Angst oder ein Gefühl der Machtlosigkeit. Das muss nicht sein. Die Zeitschrift Positive News beispielsweise bringt Nachrichten, Fakten und Berichte, die zeigen: Es gibt viele positive Entwicklungen und es lohnt sich für jeden Einzelnen, etwas in seinem Umfeld zu verändern. Dieses Abonnement hat mich jedenfalls optimistischer gemacht und mir auch für meine Arbeit neuen Schwung gegeben.

Ein gutes neues Jahr 2019 wünscht

Friederike Klein

30. September 2018
von FK
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Bericht vom 23. Kongress der European Hematology Association (EHA) 2018 ist erschienen

Immer im Juni treffen sich die europäischen Hämatologen und Hämatoonkologen zu ihrem jährlichen Kongress. Der Austausch über wissenschaftliche Fragestellungen und neue Studienergebnisse geht aber weit über europäische Grenzen hinaus. Genau zwischen zwei Jahrestagungen der amerikanischen Gesellscahft für Hämatologie (ASH) gelegen, trifft sich beim EHA-Kongress die hämatoonkologische Fachwelt aus allen Kontinenten. Inhaltlich sind seit Jahren bei hämatologischen Neoplasien genauso wie bei soliden Tumoren immunologische Therapieansätze besonders im Fokus des Interesses. Deshalb beschäftigt sich auch mein Kongressbericht zum 23. Kongress der European Hematology Association (EHA), der vom 14.–17.06.2018 in Stockholm, Schweden, stattfand, mit diesem Thema.

Der Kongressbericht „Neue Ergebnisse zur Immuntherapie hämatologischer Neoplasien“ ist in der Zeitschrift Der Onkologe 2018; Jahrgang 24, Ausgabe 10, Seiten 822-825 erschienen und hier abrufbar.